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18. November 2016  bis 29. Januar 2017

Die Eispferde vom Ladoga-See

André Prah

 

Besichtigung: Mo - Fr nach telefonischer Absprache

unter Tel.: 03901-2501122 oder  Tel.: 03901-422438

 

Sa - So 14:00 - 16:00 Uhr

 

Eintritt frei
icehorses

„Falls Gott je etwas Schöneres geschaffen haben sollte als ein Pferd, so hat er es für sich behalten“, sagt ein arabisches Sprichwort.

 

Die Geschichte der Pferde, die im Eis des Ladoga-Sees jämmerlich erfroren, findetsich in dem Roman Kaputt des italienischen Autors Curzio Malaparte.

 

Er beschreibt, was sich eines Nachts im Winter 1941 an den Gestaden des Ladoga-Sees in Karelien ereignete, als finnische Truppen ein russisches Artillerie-Regiment einschloss, das zum Waffentransport Pferde benutzte.

 

Die Finnen setzen die Wälder in Brand, und tausend verängstigte Pferde warfen sich in den See, wo sie dicht gedrängt mit den Hufen ausschlugen, während sie voller Schrecken auf das brennende Ufer starrten. In jener Nacht fegte ein eisiger Sturm von Murmansk über den Ladoga-See. Binnen Stunden gefror seine Oberfläche zu Eis.

 

Ich kam 1944 als Flüchtlingskind aus Jugoslawien nach Schweden. Von meinem Vater, der selbst am Zweiten Weltkrieg teilgenommen hatte, hörte ich viele Geschichten über den Krieg. Nun, da ringsum Nazi-Ideologie erneut Brände entfachen will, halte ich es für meine Pflicht, die Pferde und ihren brutalen Tod zu zeigen. Das Material dazu fand ich an den Ufern der Ostsee, wo seit Urzeiten das Salzwasser die Wurzeln abgestorbener Bäume sorgsam gewaschen und poliert hat.

 

Und was ist die Wahrheit über die Pferde?

 

Malaparte selbst hat auf diese Frage in einem Interview in den vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts sinngemäß geantwortet: „Ich bin freier Autor und auf simple Wahrheiten nicht angewiesen.“

 

André Prah, geboren 1941 in Maribor, Slowenien.
Studium an der Kunstakademie Stockholm (Hochschule für Freie Künste, Kunsthandwerk und Design). Von 1966 bis 1972 Kunstunterricht an Gymnasien. Danach viele Jahre politischer Karikaturist für die Tageszeitung Expressen. Freie Mitarbeit bei Dagens Nyheter, Svenska Dagbladet, Månadsjournalen,The New York Times und The Village Voice.

 

Seit fünfzehn Jahren lebe ich als freier Künstler und bin gleichfalls nicht auf simple Wahrheiten angewiesen.

 

 

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