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30. Juni 2017 bis 30. Juli 2017

"Fairy-Tales"

Mixed Media auf Leinwand

Kelly Moran (USA)

 

Besichtigung: Di - So 13:30 - 16:30 Uhr
Eintritt frei
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Fairy Tales - wie so oft im Englischen ist der Übersetzer mit verschiedenen Varianten konfrontiert. Natürlich sind Fairy Tales Märchen. Im Deutschen hat das Märchen heute eine  geradezu bildungspolitische Bedeutung. In den meisten Kinderzimmern wird es gepflegt – und allem voran ist es die Märchensammlung der Gebrüder Grimm, die – wie wir so schön sagen – bei uns jedes Kind kennt.


Die Gebrüder Grimm haben sie aufgeschrieben, diese märchenhaften Geschichten, die früher von Mund zu Mund, von Generation zu Generation gewandert sind. Das erzählen von Märchen bedeutete aber auch immer eine stete Veränderung. Im Grunde waren sie nie zu Ende erzählt.


Durch die schriftliche Bewahrung sind sie aber zu einem fertigen Produkt geworden, sie sind quasi  etwas Ultimatives geworden.


Natürlich sind diese Märchen auch international ein Renner und werden somit auch in den USA Einzug in viele Kinderstuben gefunden haben.


Fairy Tales benennt aber auch Traum und Phantasie, und hier, so will mir scheinen, setzt Kelly Moran an.


Sie nimmt den Betrachter mit in eine Märchenwelt die eben nichts Fertiges präsentiert. Sie öffnet die alten Geschichten und lässt der Fantasie des  Betrachtenden freien Raum.


Kelly Moran entwirft eine eigene „Märcheninterpretation“. Eine typisch amerikanische dazu. Dem deutschen Märchen ist der Wald und das damit verbundene Dunkle Unheilvolle, ureigenstes Ausdruckmittel, dementgegen öffnet Kelly die Perspektiven und regt geradezu zum „Weiterdenken“, zum Weitererzählen an.


Ihre intensiven Kindheitserinnerungen dürften aus den 50 Jahren stammen. Ihre Werke strotzen nur so von Symbolen amerikanischer Mythen, die nicht selten konterkarriert und gebrochen werden.


Da gibt es Sternenkinder, Schmetterlingsmenschen, aber auch Vögel, Ratten und Affen. Da werden die Ikonen der 50er und 60er Jahre zitatenhaft in Szene gesetzt, eine Bildsprache die auch schon Pop-art Künstler, wie Andy Warhol oder Roy Lichtenstein aufgegriffen haben.


Dabei sind die Themen Kelly Morans durchaus dem Hier und hHute entnommen, wenn sie in „Love ist Love“ homoerotische Anspielungen macht oder uns einen ironischen Blick auf die „Junge Feministin“ erlaubt.


Das Bild,  dass uns an den Anfang dieser Betrachtung zurückführt und zudem einen direkten Zugang zu den Gebrüder Grimm herstellt ist sicher „Der kleine Teufel“ . Die Assoziation zu Rotkäppchen ist selbst im grünen Gewand unübersehbar. Könnte diese Geschichte von Rotkäppchen und dem Wolf also auch anders ausgehen?

 

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