
Im
Volksmund hieß und heißt das Kulturhaus der Erdgasarbeiter
„Wilhelm Pieck“ seit eh und je nur „grauer Wilhelm“.
Der Name ist zum einen natürlich Anspielung auf die Haarfarbe des
Namensgebers. Zum anderen bezieht er sich auf die graue Fassade des am
1. März 1976 eröffneten Objektes.
Die Nutzung des Hauses erfolgte entsprechend den kulturellen Vorgaben
in der ehemaligen DDR als kulturelle Stätte für „jedermann“.
Der gesamte Bereich kultureller Veranstaltungen musste abgedeckt werden:
Theateraufführungen, Sinfoniekonzerte, Jugendtanz (typische Bezeichnung
der ehemaligen DDR für Diskothek), Jugendkonzert (typische Bezeichnung
für Rock- und Pop-Konzerte der ehemaligen DDR), Kabarett, Schlager-
und Volksmusik, Senioren-, Kleinkunst- oder Varietéprogramme, Kinoveranstaltungen,
Chor- oder Jazzkonzerte, Karneval, Betriebsfeiern, Feiern mit Volksfestcharakter
unter Einbeziehung der Außenanlagen…
Neben den Veranstaltungen war das Kulturhaus auch für Arbeitsgemeinschaften,
die so genannten Zirkel der Volkskunstschaffenden (Textil, Foto, Malerei,
Philatelie, Tanzgruppen etc.), geöffnet. Einen großen Teil
der Nutzung des Objektes machten zudem politische Veranstaltungen aus:
Sitzungen der Gremien von Stadt und Kreis, SED(führende Partei der
ehemaligen DDR)-Schulungen sowie Tagungen, Seminare und Kongresse von
Betrieben und Organisationen.
Mit der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 verschwanden die im real existierenden
Sozialismus verwurzelten Veranstaltungen vom Programm. Das Kulturhaus
wird jedoch – sehr zur Freude der zahlreichen Besucher – weiterhin
rege für Veranstaltungen jeglicher Art genutzt.